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"Tamatumani" - Ein zweiter Start für Inuit

Author: Glencore | Datum: 04/07/2018

In Nunavik, einer Region im Norden von Kanada, hat Glencore das Ausbildungsprogramm «Tamatumani» für Inuit, eine in Nunavik lebende indigene Völkergruppe, initiiert. «Tamatumani» bedeutet in Inuktitut, der Sprache der Inuit, soviel wie «zweiter Start». Während zwei Jahren werden die teilnehmenden Inuit zu Bergbaumitarbeitenden ausgebildet. Danach erhalten sie eine Festanstellung in Raglan Mine, dem Nickelbetrieb von Glencore. Im April dieses Jahres wurde Raglan Mine für ihr Tamatumani-Programm sogar ausgezeichnet.

Der Beginn eines innovativen Projekts

Nunavik ist eine grosse Region im Norden von Québec in Kanada. Sie zählt etwa 12'000 Einwohner. In dieser abgelegenen Gegend befindet sich Raglan Mine. 

Im Jahr 1995, vor mehr als zwanzig Jahren also, unterzeichneten die Firma Glencore und fünf Inuit-Partner das Raglan Abkommen. Dies war ein historischer Moment, da die Idee der sozialen Verantwortung für ein Minenunternehmen neu definiert wurde. Das Abkommen sah vor, permanente Arbeitsmöglichkeiten für die Inuit zu schaffen, ihre individuellen und beruflichen Fähigkeiten zu fördern und langfristig die wirtschaftliche Entwicklung von Nunavik voranzubringen. 

Für den Erfolg des Programms war und ist noch heute die Zusammenarbeit mit Gemeinschaftspartnern essentiell. Sie helfen bei der jährlichen Kontrolle des Strategieplans, bei der Rekrutierung potentieller Mitarbeitenden und tragen zum Beziehungsaufbau zwischen den Inuit und dem Unternehmen bei. Der Einbezug lokaler Partner ist ebenfalls von grosser Bedeutung. Mit ihrer Hilfe lassen sich die tatsächlichen Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaften identifizieren und in der strategischen Entwicklung der Region berücksichtigen. 

Raglan Mine beschäftigt heute rund 1’050 Mitarbeitende und gehört zu den grössten Arbeitgebern in der Region. Über 21 Prozent der Mitarbeitenden von Raglan Mine sind Inuit. Die meisten von ihnen sind mit dem Programm Tamatumani, welches 2008 gegründet wurde, zu Raglan Mine gestossen. Das Unternehmen geniesst aufgrund seines Engagements und der Ausbildung lokaler Arbeitskräfte einen guten Ruf und dient als Vorzeigebeispiel für die Minenarbeit im Norden von Québec. 

Fähige Arbeitskräfte fördern

Tamatumani wird kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. So wurde im Jahr 2013 «RIDE» (Rapid Inuit Development and Employment) lanciert, ein Projekt das qualifizierte und motivierte Inuit dazu ermutigen will, höhere Berufspositionen anzustreben. Die Zusammenarbeit mit Bildungsinstituten, die Programme speziell für Inuit-Schüler anbieten oder eine hohe Anzahl an Inuit-Einschreibungen haben, ist ein wichtiger Teil dieses Projekts. 

Video auf Englisch

Breites Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten

Nebst «RIDE» hat Tamatumani die Initiativen «Stope School» und «Building Maintenance» ins Leben gerufen. Beide Programme dauern zwei Jahre. «Stope School» bereitet die Mitarbeitenden für die Arbeit im Untertagebau vor, «Building Maintenance» vermittelt hingegen Fertigkeiten in den Bereichen Konstruktion, Elektrizität und Installation. 

Das Ausbildungsangebot von Tamatumani ist aber auch im Privatleben wertvoll. Es reicht von Englisch- und Französischkursen, bis hin zu Schulungen zu den Themen Gesundheit, Sicherheit und Arbeitsethik. 

Stipendien für die Schulbildung  

In Nunavik sind Schulabbrüche häufig. Lediglich 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben einen Highschool-Abschluss. Um junge Inuit zu ermutigen, die obligatorische Schulausbildung zu Ende zu bringen und eine tertiäre, eine Hochschul- oder Universitätsausbildung anzustreben, vergibt Raglan Mine jährlich Stipendien an Schüler und Schülerinnen aus Nunavik. Dieser Anreiz zeigt Wirkung. Bereits nach kurzer Zeit haben sich die Motivation der Studierenden und ihre akademischen Leistungen messbar verbessert. 

Trotzdem ist es wichtig, dass auch solche in den Arbeitsmarkt integriert werden, die keinen Schulabschluss haben. Raglan Mine hat daher angepasste Berufspositionen geschaffen und bietet solchen Mitarbeitenden eine Vielzahl an Weiterbildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten an.
 

Unser Ziel ist es, dass jede Position in der Mine von einem Inuit besetzt werden könnte

Amélie Rouleau, Social engagement, Raglan Mine

Zukunftsträchtige Minenindustrie in Kanada

In den nächsten zehn Jahren wird die Minenindustrie in Kanada etwa 100'000 neue Mitarbeitende benötigen. Dies wird auch die Nachfrage nach lokalen Arbeitskräften erhöhen. Die berufliche Integration und Entwicklung der Inuit ist vor diesem Hintergrund besonders wichtig. Denn sie fördert auch die wirtschaftliche Selbstständigkeit der Gemeinde. «Unser Ziel ist es, dass jede Position in der Mine von einem Inuit besetzt werden könnte» erklärt Amélie Rouleau. Sie ist für das soziale Engagement von Raglan Mine verantwortlich. «Raglan Mine bietet sehr viele Karrieremöglichkeiten. Jeder der interessiert ist, bei uns zu arbeiten, kann sich bewerben. Auch Inuit aus Nunavik die keine Ausbildung haben, sind willkommen und werden für die Arbeit im Bergbau vorbereitet» betont sie.

Der Artikel «Tamatumani – Ein zweiter Start für Inuit» erschien erstmals im Magazin «Fokus – Diversity». Für diesen Post wurde der Artikel leicht angepasst. Lesen Sie das Original.