Wiederherstellung von Lebensräumen: unser Beitrag zur Renaturierung

veröffentlicht: 22/02/2018

Von den Wäldern in Kanada über das Grasland von Südafrika bis hin zu den pazifischen Inseln: Wir tragen die Verantwortung für riesige Landflächen mit vielfältigen Ökosystemen.

Die Lebensdauer unserer Betriebe ist begrenzt. Deshalb machen wir uns bereits früh Gedanken dazu, wie wir die benutzte Landflächen renaturieren. Jeder unserer Bergbaubetriebe verfügt über einen entsprechenden Schliessungsplan, welcher regelmässig aktualisiert wird. Damit möchten wir einen verantwortungsvollen Ausstieg aus der Fördertätigkeit gewährleisten.

Die Planung für die Schliessung beginnt bereits vor Aufnahme des Förderbetriebs, zum Beispiel mit der Sammlung einheimischer Pflanzensetzlinge. Häufig beginnen wir schon mit der Renaturierung, während das Bergwerk noch in Betrieb ist. 

„Begrünung“ von Land in Sudbury, Kanada

Im Jahr 1978 war die Region um Greater Sudbury in Ontario, Kanada, nach der jahrzehntelangen Verhüttung verödet. Heute hat sich die Gegend gewandelt: Die Landschaft ist voll einheimischer Gräser, Fichten und Vögel.

All dies ist dem  Begrünungsprojekt unter der Leitung der City of Greater Sudbury zu verdanken – ein Projekt, an dem wir uns aktiv beteiligt und dessen Unterstützung wir im Jahr 2009 deutlich intensiviert haben.

Das öd liegende Land wurde mit Brechsand aufgearbeitet und es wurden Baumstecklinge und Sträucher gepflanzt. Darüber hinaus wurden Waldbodenpflanzen gesetzt. Diese ermöglichen es heimischen Arten, sich wieder anzusiedeln, den natürlichen Lebensraum zu verbessern, eine Saatgutbank zu schaffen und die Vielfalt ehemaliger Rekultivierungsflächen zu erhöhen. 

Glencore trägt zur Finanzierung des Begrünungsprojekts bei und viele Mitarbeitende der Sudbury Integrated Nickel Operations sind als Freiwillige für das Projekt engagiert. Ausserdem haben wir uns langfristig zur Unterstützung der Rekultivierung verpflichtet und übernehmen die Verantwortung für die uns umgebende Landschaft.

(L-R) Coniston Hydro-Strasse – bevor und nach der Renaturierung.

(L-R) Coniston Hydro-Strasse – bevor und nach der Renaturierung.

Alumbrera: Saat der Veränderung

Die Rekultivierung ehemaliger Bergwerksstandorte ist ein wichtiger Aspekt bei der Renaturierung. Dabei werden Nährstoffe wieder in den Boden eingebracht und der Lebensraum für Wildtiere verbessert.

Unser Bergwerk im argentinischen Alumbrera steht kurz vor der Schliessung. Dank der Saatgutbank in Alumbrera kann die richtige Mischung einheimischer Setzlinge zur Bepflanzung des Standorts ausfindig gemacht werden.

Unsere „Keimplasma-Bank“ ist eine Sammlung von Saatgut aus der lokalen und einheimischen Vegetation. Dieses Saatgut verwenden wir für die Bepflanzung des ehemaligen Bergwerksgeländes. 

Da es schwierig ist, die natürliche Bodenbeschaffenheit zur Gänze wiederherzustellen, haben wir Arten mit einer hohen Überlebens- und Anpassungsfähigkeit identifiziert (Kakteen wachsen beispielsweise nur langsam). 

Im Saatgut sind auch Samen des Cercidium praecox sowie andere einheimische Büsche und Gräser enthalten. Beim Cercidium praecox handelt es sich um einen Baum, der im Frühling in kräftigem Gelb erblüht.

Mit diesen Massnahmen bereiten wir uns langfristig auf den verantwortungsvollen Ausstieg aus der Fördertätigkeit in Alumbrera vor – ein Plan, der seit 19 Jahren besteht.

(L-R) Renaturierungsprozess in Arbeit: Re-kultivierung der Senna Aphylla

(L-R) Renaturierungsprozess in Arbeit: Re-kultivierung der Senna Aphylla

Stillgelegte Standorte in Südafrika sicher machen

Die Renaturierung eines Kupfer-Tagebaubetriebs ist kein leichtes Unterfangen. Im Tweefontein Complex in Südafrika mussten für die Stilllegung erst Hohlräume aufgefüllt, unterirdische Schächte versiegelt und Kohlehalden entfernt oder saniert werden. Danach konnte der Boden vorbereitet, der Mutterboden aufgetragen und die Setzlinge gepflanzt werden. 165 Hektar Land wurden auf diesem Weg in grüne Felder mit üppigen Gräsern umgewandelt.

Tweefontein war jedoch nur das erste von vielen ähnlichen Projekten, die unser Renaturierungsteam in Südafrika seit Beginn seiner Tätigkeit im Jahr 2011 durchgeführt hat.

Seitdem hat das Team weitere Standorte renaturiert, beispielsweise Impunzi und Goedgevonden. Darüber hinaus haben wir mit spezialisierten Vertragspartnern Renaturierungsmassnahmen an stillgelegten Standorten (z. B. Alpha East und Alpha West in KwaZulu Natal) durchgeführt.

„An einigen unserer Standorte wird das Gras gepresst und für Weideflächen verwendet“, sagt Group Manager Nico Dooge. „Wir überprüfen jährlich die Vegetation, um die Qualität der Renaturierung zu kontrollieren und freuen uns sehr, zu sehen, dass die Artenvielfalt an diesen Standorten wieder Einzug hält.“

Das Ökosystem auf einer pazifischen Insel schützen

Die Inselgruppe Neukaledonien – wo wir am Joint Venture Koniambo Nickel beteiligt sind – befindet sich in Australasien und birgt ein einzigartiges Ökosystem. 

Dazu gehören eine natürliche Lagune, die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt sowie empfindliche Lebensräume wie Regenwälder, Feuchtgebiete, Mangroven, Savannen und Korallenriffe.

Im Zuge unserer Renaturierungsmassnahmen haben wir unzählige Setzlinge lokaler Pflanzenarten gezogen und ausgebracht. Unterstützt werden diese Massnahmen durch unsere Baumschule, welche einheimische und gefährdete Arten sammelt und anbaut. 

Wir haben auch Massnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der Bautätigkeit für unseren Hafen in der Vavouto Bay auf die Meeresumwelt zu mindern. So hat Koniambo Nickel beispielsweise 2‘100 Korallenkolonien umgesiedelt und ein Programm zur Bepflanzung mit Mangrovensträuchern eingeführt.

Urwald in Australien schaffen

Die Renaturierung von Land zeitigt langfristige Ergebnisse. Es ist fast 20 Jahre her, dass in der Kupfermine Mount Owen im australischen New South Wales mit der Aufforstung begonnen wurde. Heute erstreckt sich da ein Waldgebiet auf über 430 Hektar Land – und das in einem Landstrich, in dem es davor keine einheimischen Wälder gab.

Die Fläche wurde in den Ravensworth State Forest integriert und ist somit Teil eines Naturschutzgebietes.

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