STELLUNGNAHMEN

DR Kongo

Oktober 2020

 

Glencore ist seit 2008 in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) tätig. Als industrielles Bergbauunternehmen schaffen wir sichere Arbeitsplätze und unterstützen eine nachhaltige Entwicklung der lokalen Wirtschaft. Mit unseren Gastgemeinden wie auch mit der regionalen und nationalen Regierung pflegen wir einen konstruktiven und offenen Dialog. 

Das Factsheet können Sie hier auf Deutsch und Englisch herunterladen.

In der DR Kongo sind wir mit zwei Betrieben präsent: Mutanda Mining SARL (MUMI) und Kamoto Copper Company (KCC). Beide befinden sich in der Provinz Lualaba in der Südregion Katanga, unweit von Kolwezi entfernt. Glencore hat bisher über USD 7 Milliarden in die Entwicklung von MUMI und KCC investiert. 

Glencore

5’455 Mitarbeitende

Wir halten 75% an KCC. Die restlichen 25% hält das staatliche Bergbauunternehmen La Générale des Carrières et des Mines (Gécamines).

KCC besteht aus Kupfer- und Kobaltminen sowie integrierten metallurgischen Anlagen und verfügt über eine der weltweit grössten kupferhaltigen Konzessionen mit einer derzeit erwarteten Lebensdauer von über 25 Jahren. Als Nebenprodukt unserer Kupferproduktion fördern wir auch Kobalt. Dieses Metall wird in Batterien für Elektrofahrzeuge und Elektronikgeräte verwendet.

Glencore

2’750 Mitarbeitende

MUMI besteht aus Kupfer- und Kobaltminen sowie aus Verarbeitungsanlagen und gehört 100% zu Glencore.

Seit Dezember 2019 ist MUMI temporär stillgelegt (Care and Maintenance). In diesem Zeitraum führt der Betrieb Machbarkeitsstudien durch. Die gemeinnützigen Programme werden weitergeführt.



Mitarbeitende

In der DR Kongo arbeiten über 8’200 Menschen für KCC und MUMI, wobei 95% aus der Region stammen. Dies macht uns zu einem der wichtigsten Arbeitgeber vor Ort.

Gemeinnützige Programme

Ein Kernbestandteil unseres sozialen Engagements in der DR Kongo sind gemeinnützige Programme für Gemeinden, in denen wir tätig sind. Wir schaffen dabei Werte, die weit über unsere direkten wirtschaftlichen Auswirkungen hinausgehen.

Unser Beitrag im Jahr 2019

491 Mio.

USD Investitionsausgaben

843 Mio.

USD Zahlungen an die staatliche Stellen in Form von Steuern, Abgaben und weiteren Beiträgen

680 Mio.

USD Löhne und Sozialleistungen für Mitarbeitende

25 Mio.

USD Gemeinnützige Investitionen in Gemeinden

Gesundheit

KCC und MUMI stellen Gesundheitseinrichtungen für ihre Mitarbeitenden und deren Angehörigen bereit. Die beiden Betriebe spenden medizinische und Laborausrüstung. Mehr als eine Million Menschen um Kolwezi können von unseren lokalen Gesundheitsinitiativen profitieren.

  • Malaria
    DR Kongo hat eine hohe Malaria-Übertragungsrate. Mit dem Ziel, die Malaria-Inzidenzrate bis Ende 2020 gegenüber 2015 um 50% zu senken, unterstützen KCC und MUMI diverse Massnahmen. Dazu gehören die Durchführung von Aufklärungskampagnen, das Besprühen von Innenräumen (IRS) sowie die Behandlung von Abflusssystemen und Brutstätten. Es werden Moskitonetze verteilt und eine rasche medizinische Diagnose gefördert. Seit 2015 konnte auf diesem Weg die jährliche Inzidenzrate deutlich reduziert werden.
  • HIV/AIDS
    Im Kampf gegen HIV/AIDS unterstützen KCC und MUMI behördliche Informationskampagnen, freiwillige Beratungen und Tests (VCT) sowie Aufklärungsprogramme über HIV/AIDS- und Tuberkulose-Prävention und Mutter-Kind-Übertragung. Ausserdem bieten KCC und MUMI ihren Mitarbeitenden VCT als Teil der jährlichen medizinischen Untersuchungen an. 
  • Weitere Aktivitäten
    Zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung vor Ort unterstützen KCC und MUMI die entsprechenden Einrichtungen unter anderem mit medizinischen Geräten, Impfkampagnen, Arzneimittel und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Infrastruktur

Mit dem Bau von 5,6 km Stromleitungen, der Lualaba-Brücke, diversen Strassen sowie der Aufwertung der Start- und Landebahn am Flughafen von Kolwezi sind wir stolz darauf, den Zugang zur Grundinfrastruktur für sämtliche Gemeinden in der Region von Kolwezi zu verbessern. Zudem beteiligen wir uns mit einer Investition von USD 400 Mio. an der Sanierung und Modernisierung der kongolesischen Strominfrastruktur.

Bildung

Wir unterstützen Familien mit Schulmaterialien, sanieren Schulen und statten sie mit Lehrmitteln aus. Seit 2016 konnten wir so die Bildungsbedingungen für über 61'000 Schüler und Studierende drastisch verbessern.

Alternative Einkommensmöglichkeiten

Als Teil unseres Engagements fördern wir die Entwicklung alternativer Einkommensmöglichkeiten und bieten Schulungen an, die eine Beschäftigung ausserhalb des Bergbaus ermöglichen. Dazu gehören Nähen, Stricken, Schweissen, Schreinereiarbeiten, Malen oder ein Beruf in der Gastronomie. Wir unterstützen so 72 Verbände mit über 2000 Mitgliedern, wovon wiederum über 12’000 Menschen profitieren. Aufgrund der höheren Ausbildung durch diese Schulungen können sich Gemeindemitglieder eine bessere Gesundheitsversorgung oder Schulbildung für ihre Kinder leisten. 

Im Weiteren unterstützen wir 198 landwirtschaftliche Genossenschaften. Sie bieten über 5’350 Mitgliedern und deren Angehörigen Nahrungsmittel, welche sie zur Selbstversorgung und Einkommenserzielung nutzen können.
Seit mehreren Jahren führt ausserdem KCC Ferienlager für Kinder durch, um sie vom Kleinbergbau fernzuhalten. 2019 haben knapp 16'300 Kinder an diesen Lagern teilgenommen. 

Kleinbergbau

Die DR Kongo blickt auf eine lange Geschichte des artisanalen Kleinbergbaus zurück. Dieser kommt im Land in zahlreichen Formen vor; von offiziellen Genossenschaftsverbänden bis hin zu kleinen Gruppen von Bergleuten, die illegal auf Bergbaukonzessionen arbeiten. 

Wir pflegen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen in unserer Lieferkette. Wir arbeiten mit lokalen Stakeholdern zusammen, um zur Lösung der sozialen Herausforderungen vor Ort beizutragen. Im Zuge dieser Philosophie sind wir der Fair Cobalt Alliance (FCA) beigetreten. Die Aufgabe der FCA besteht darin, den Kleinbergbau in der DR Kongo positiv zu verändern. Dabei soll die Art und Weise, wie er durchgeführt wird, professionalisiert und verantwortungsvolle Kleinbergbaupraktiken unterstützt werden. Die FCA bezweckt, jegliche Art von Kinder- und Zwangsarbeit zu verhindern und Armut zu bekämpfen. Es werden alternative Lebensgrundlagen gefördert, die das Einkommen der lokalen Bevölkerung erhöhen. 

Wir sind überzeugt, dass der legale Kleinbergbau eine wichtige und nachhaltige Rolle für die Wirtschaft der DR Kongo spielen kann, solange dieser verantwortungsvoll und transparent durchgeführt wird. Damit kann dieser neben dem industriellen Bergbau, wie wir ihn betreiben, existieren. 

18. Dezember 2019

 

Glencore nimmt die Klage der Organisation IRAdvocates betreffend Kinderarbeit im Kobalt-Abbau durch Kleinbergbauarbeiter in der Demokratischen Republik Kongo zur Kenntnis. Die Klage wurde von IRAdvocates am 15. Dezember 2019 bei einem US-amerikanischen Gericht eingereicht. Glencore wird nicht eingeklagt und ist somit nicht beklagte Partei.

Den Familien und Kindern, die bei der Arbeit im Kleinbergbau verletzt oder getötet wurden, gelten unser aufrichtiges Mitgefühl und Anteilnahme.

Wir tolerieren keine Form von Kinder- oder Zwangsarbeit in unserer Lieferkette. Wir achten die Menschenrechte und unterstützen ihre Einhaltung in Übereinstimmung mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

Glencore kauft, verarbeitet und handelt kein Kobalt oder Kupfer, das durch den Kleinbergbau gefördert wurde. 

Wir sind uns bewusst, dass der Kleinbergbau in der Demokratischen Republik Kongo weit verbreitet ist und vor allem für Kinder ein Risiko darstellt. Als verantwortungsvoller «Corporate Citizen» ist es Teil unserer lokalen Nachhaltigkeitsstrategie, mit der Regierung und anderen Stakeholdern zusammenzuarbeiten und eine anhaltende Lösung zu entwickeln. Kamoto Copper Company (KCC) hat in diesem Zusammenhang eine Reihe von Massnahmen implementiert, darunter:

  • Einbindung lokaler Gemeinden, um sie für die Risiken im illegalen Kleinbergbau zu sensibilisieren, insbesondere bei aktiven industriellen Standorten.
  • Erweiterung von Absperrungen, um das Eindringen auf industrielle Standorte zu verhindern und die damit verbundene Verletzungsgefahr zu minimieren.
  • Zusammenarbeit mit unseren Sicherheitsdienstleistern, um sicherzustellen, dass sie die Menschenrechte in Übereinstimmung mit den Freiwilligen Prinzipien für Sicherheit und Menschenrechte (Voluntary Principles) achten.

Zudem betreibt KCC eine Reihe von Programmen, die für die Bevölkerung eine alternative Erwerbs- und Lebensgrundlage schaffen und dazu beitragen, Kinder vom Kleinbergbau fernzuhalten. Dazu gehören beispielsweise:

  • die Unterstützung landwirtschaftlicher Kooperativen, die zur Diversifizierung der lokalen Wirtschaft beitragen und lokale Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, einschliesslich Durchführung von Schulungen und Unterstützung bei Geschäftsentwicklungen. 2018 haben wir beispielsweise über 140 landwirtschaftliche Kooperativen mit über 4’000 Mitgliedern unterstützt.
  • In Zusammenarbeit mit NGOs und kirchlichen Organisationen organisieren wir Ferienlager, um Kinder und deren Eltern für die Risiken des Kleinbergbaus zu sensibilisieren. 2018 haben über 9’000 Kinder an den angebotenen Freizeit- und Bildungsaktivitäten teilgenommen. Zudem wurden die Rechte von Kindern und die Risiken des Kleinbergbaus thematisiert.
  • Beteiligung am Bau, Instandhaltung und Sanierung von Schulen in der Region Kolwezi.

In der Klage werden eine Reihe von Konzessionen genannt, wo es zu Verletzungen oder Todesfällen gekommen sein soll. Einige davon werden fälschlicherweise KCC zugeordnet. Die nachstehenden Konzessionen gehören weder KCC noch werden sie von KCC betrieben:

  • Lac Malo
  • Kamilombe

Mashamba East und der Abraum-Bereich liegen innerhalb der KCC-Konzession. KCC hat die lokale Gemeinde auf die Risiken des illegalen Kleinbergbaus sensibilisiert und versucht gemeinsam mit SAEMAPE, dem illegalen Bergbau entgegenzuwirken. SAEMAPE ist eine staatliche Kleinbergbau-Agentur. Wir kaufen, verarbeiten und handeln nicht mit Kobalt oder Kupfer, dass in oder um Mashamba East produziert wurde.

Die Tilwezembe-Konzession, die Glencore gehört, liegt etwa 35 Kilometer von KCC entfernt und wurde 2011 von Kleinbergbauarbeitern überrannt. Glencore hat seit 2011 keinen Zugang zu dieser Konzession und ist dort weder operationell noch kommerziell involviert. Glencore hat die kongolesische Regierung wiederholt aufgefordert, etwas gegen die Situation in Tilwezembe zu unternehmen und Bedenken hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in diesem Betrieb geäussert.

Im Juli 2019 kam es bei Kamoto Copper Company (KCC), einer Tochtergesellschaft von Glencore, zu einem Vorfall von illegalen Kleinbergbauarbeitern. Relevantes Informationsmaterial finden Sie weiter unten.

Der legale und illegale Kleinbergbau ist ein komplexes Phänomen, das von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird. Einer der wichtigsten Faktoren ist die sozioökonomische Entwicklung. Es gibt aber auch andere Ursachen für den Kleinbergbau. Dazu zählen unserer Ansicht nach die wachsende Zuwanderung in die Region Kolwezi sowie fehlende wirtschaftliche Perspektiven in anderen Landesteilen. Ein weiterer Grund für die Zunahme der illegalen Minenaktivitäten sind die illegal aufgestellten Verkaufsstellen in unmittelbarer Nähe zu KCC.