drc-page-leader-2.png

DR Kongo

Glencore ist seit 2008 in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) tätig. Als industrielles Bergbauunternehmen schaffen wir sichere Arbeitsplätze und unterstützen eine nachhaltige Entwicklung der lokalen Wirtschaft. Mit unseren Gastgemeinden wie auch mit der regionalen und nationalen Regierung pflegen wir einen konstruktiven und offenen Dialog.

Hier finden Sie ein Factsheet sowie unsere Stellungnahmen zu aktuellen Themen in der DR Kongo

Factsheet DR Kongo

Oktober 2020

 

Das Factsheet können Sie hier auf Deutsch, Französisch und Englisch herunterladen.

In der DR Kongo sind wir mit zwei Betrieben präsent: Mutanda Mining SARL (MUMI) und Kamoto Copper Company (KCC). Beide befinden sich in der Provinz Lualaba in der Südregion Katanga, unweit von Kolwezi entfernt. Glencore hat bisher über USD 7 Milliarden in die Entwicklung von MUMI und KCC investiert.

KCC besteht aus Kupfer- und Kobaltminen sowie integrierten metallurgischen Anlagen und verfügt über eine der weltweit grössten kupferhaltigen Konzessionen mit einer derzeit erwarteten Lebensdauer von über 25 Jahren. Als Nebenprodukt unserer Kupferproduktion fördern wir auch Kobalt. Dieses Metall wird in Batterien für Elektrofahrzeuge und Elektronikgeräte verwendet. KCC beschäftigt 5’455 Mitarbeitende. Wir halten 75% an KCC. Die restlichen 25% hält das staatliche Bergbauunternehmen La Générale des Carrières et des Mines (Gécamines).
MUMI besteht aus Kupfer- und Kobaltminen sowie aus Verarbeitungsanlagen und gehört 100% zu Glencore. MUMI beschäftigt 2’750 Mitarbeitende. Seit Dezember 2019 ist MUMI temporär stillgelegt (Care and Maintenance). In diesem Zeitraum führt der Betrieb Machbarkeitsstudien durch. Die gemeinnützigen Programme werden weitergeführt.

Mitarbeitende

In der DR Kongo arbeiten über 8’200 Menschen für KCC und MUMI, wobei 95% aus der Region stammen. Dies macht uns zu einem der wichtigsten Arbeitgeber vor Ort.

Gemeinnützige Programme

Ein Kernbestandteil unseres sozialen Engagements in der DR Kongo sind gemeinnützige Programme für Gemeinden, in denen wir tätig sind. Wir schaffen dabei Werte, die weit über unsere direkten wirtschaftlichen Auswirkungen hinausgehen.

Unser Beitrag im Jahr 2019

  • 491 Mio. USD Investitionsausgaben
  • 843 Mio. USD Zahlungen an die staatliche Stellen in Form von Steuern, Abgaben und weiteren Beiträgen
  • 680 Mio. USD Löhne und Sozialleistungen für Mitarbeitende
  • 25 Mio. USD Gemeinnützige Investitionen in Gemeinden

Gesundheit

KCC und MUMI stellen Gesundheitseinrichtungen für ihre Mitarbeitenden und deren Angehörigen bereit. Die beiden Betriebe spenden medizinische und Laborausrüstung. Mehr als eine Million Menschen um Kolwezi können von unseren lokalen Gesundheitsinitiativen profitieren.

  • Malaria
    DR Kongo hat eine hohe Malaria-Übertragungsrate. Mit dem Ziel, die Malaria-Inzidenzrate bis Ende 2020 gegenüber 2015 um 50% zu senken, unterstützen KCC und MUMI diverse Massnahmen. Dazu gehören die Durchführung von Aufklärungskampagnen, das Besprühen von Innenräumen (IRS) sowie die Behandlung von Abflusssystemen und Brutstätten. Es werden Moskitonetze verteilt und eine rasche medizinische Diagnose gefördert. Seit 2015 konnte auf diesem Weg die jährliche Inzidenzrate deutlich reduziert werden.
  • HIV/AIDS
    Im Kampf gegen HIV/AIDS unterstützen KCC und MUMI behördliche Informationskampagnen, freiwillige Beratungen und Tests (VCT) sowie Aufklärungsprogramme über HIV/AIDS- und Tuberkulose-Prävention und Mutter-Kind-Übertragung. Ausserdem bieten KCC und MUMI ihren Mitarbeitenden VCT als Teil der jährlichen medizinischen Untersuchungen an. 
malaria-1-M029-images-grid-221x148.jpg
malaria-2-M29-images-grid-221x148.jpg
hiv-aids-M29-images-grid-221x148.jpg
  • Weitere Aktivitäten
    Zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung vor Ort unterstützen KCC und MUMI die entsprechenden Einrichtungen unter anderem mit medizinischen Geräten, Impfkampagnen, Arzneimittel und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Infrastruktur

Mit dem Bau von 5,6 km Stromleitungen, der Lualaba-Brücke, diversen Strassen sowie der Aufwertung der Start- und Landebahn am Flughafen von Kolwezi sind wir stolz darauf, den Zugang zur Grundinfrastruktur für sämtliche Gemeinden in der Region von Kolwezi zu verbessern. Zudem beteiligen wir uns mit einer Investition von USD 400 Mio. an der Sanierung und Modernisierung der kongolesischen Strominfrastruktur.

Bildung

Wir unterstützen Familien mit Schulmaterialien, sanieren Schulen und statten sie mit Lehrmitteln aus. Seit 2016 konnten wir so die Bildungsbedingungen für über 61'000 Schüler und Studierende drastisch verbessern.

Alternative Einkommensmöglichkeiten

Als Teil unseres Engagements fördern wir die Entwicklung alternativer Einkommensmöglichkeiten und bieten Schulungen an, die eine Beschäftigung ausserhalb des Bergbaus ermöglichen. Dazu gehören Nähen, Stricken, Schweissen, Schreinereiarbeiten, Malen oder ein Beruf in der Gastronomie. Wir unterstützen so 72 Verbände mit über 2000 Mitgliedern, wovon wiederum über 12’000 Menschen profitieren. Aufgrund der höheren Ausbildung durch diese Schulungen können sich Gemeindemitglieder eine bessere Gesundheitsversorgung oder Schulbildung für ihre Kinder leisten. 

Im Weiteren unterstützen wir 198 landwirtschaftliche Genossenschaften. Sie bieten über 5’350 Mitgliedern und deren Angehörigen Nahrungsmittel, welche sie zur Selbstversorgung und Einkommenserzielung nutzen können.
Seit mehreren Jahren führt ausserdem KCC Ferienlager für Kinder durch, um sie vom Kleinbergbau fernzuhalten. 2019 haben knapp 16'300 Kinder an diesen Lagern teilgenommen. 

community-farming-M028-images-grid-540x355.jpg
summer-camp-M028-images-grid-540x355.jpg

Kleinbergbau

Die DR Kongo blickt auf eine lange Geschichte des artisanalen Kleinbergbaus zurück. Dieser kommt im Land in zahlreichen Formen vor; von offiziellen Genossenschaftsverbänden bis hin zu kleinen Gruppen von Bergleuten, die illegal auf Bergbaukonzessionen arbeiten. 

Wir pflegen eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen in unserer Lieferkette. Wir arbeiten mit lokalen Stakeholdern zusammen, um zur Lösung der sozialen Herausforderungen vor Ort beizutragen. Im Zuge dieser Philosophie sind wir der Fair Cobalt Alliance (FCA) beigetreten. Die Aufgabe der FCA besteht darin, den Kleinbergbau in der DR Kongo positiv zu verändern. Dabei soll die Art und Weise, wie er durchgeführt wird, professionalisiert und verantwortungsvolle Kleinbergbaupraktiken unterstützt werden. Die FCA bezweckt, jegliche Art von Kinder- und Zwangsarbeit zu verhindern und Armut zu bekämpfen. Es werden alternative Lebensgrundlagen gefördert, die das Einkommen der lokalen Bevölkerung erhöhen. 

Wir sind überzeugt, dass der legale Kleinbergbau eine wichtige und nachhaltige Rolle für die Wirtschaft der DR Kongo spielen kann, solange dieser verantwortungsvoll und transparent durchgeführt wird. Damit kann dieser neben dem industriellen Bergbau, wie wir ihn betreiben, existieren. 

Zum Bericht von Brot für Alle und Fastenopfer

«Gefährliche Geschäfte in einem schwachen Staat – Glencore in der Demokratischen Republik Kongo»

 

21. Oktober 2020

 

Glencore begrüsst das Engagement mit allen Interessensparteien, einschliesslich Brot für alle und Fastenopfer, und nimmt den Bericht («der Bericht») «Gefährliche Geschäfte in einem schwachen Staat – Glencore in der Demokratischen Republik Kongo» («DR Kongo») zur Kenntnis. 

 

Die Stellungnahme kann hier auf Deutsch, Französisch und Englisch heruntergeladen werden.

 

Glencore weist die irreführende Darstellung der Vorfälle und Ereignisse in der DR Kongo im Bericht zurück.

Der Bericht trägt wichtigen Fakten nicht Rechnung und verkennt, dass Glencore und ihre Tochtergesellschaften in der DR Kongo verantwortungsvoll agieren. Wir haben umgehend auf die Vorfälle in der DR Kongo reagiert, eine Verschärfung unserer Vorschriften beschlossen und transparent darüber berichtet. 

Glencore hat sich offen und transparent mit Brot für alle ausgetauscht und hat auch Standortbesichtigungen und Treffen ermöglicht. Im Vorfeld des Berichts hat Glencore die Fragen der Autoren umfassend beantwortet; unsere Antworten werden im Bericht aber nicht vollständig wiedergegeben. Die wichtigsten Punkte führen wir hier auf:

Stilllegung des Betriebs Mutanda Mining

Die Entscheidung, den Betrieb Mutanda Mining («Mutanda») 2019 vorübergehend stillzulegen (Care and Maintenance, «C&M»), ist darauf zurückzuführen, dass es unter den gegenwärtigen Marktbedingungen aus verschiedensten Gründen wirtschaftlich nicht rentabel ist, die Mine in gleicher Form zu betreiben. Zu den Gründen gehören die deutlich reduzierten Kobaltpreise sowie eine Verringerung des in der Mine verfügbaren Erzes. Es stimmt nicht, dass Glencore den Betrieb stillgelegt hat, um für sich ungebührlich bessere Konditionen auszuhandeln. 

Unterstützung von Mitarbeitenden

Fakt ist, dass, im Gegensatz zu den Aussagen im Bericht, Mutanda weiterhin an seinen Verpflichtungen gegenüber seinen lokalen Mitarbeitenden und Gemeinden festhält. Die lokalen Mitarbeitenden von Mutanda werden entsprechend weiterhin entlohnt. Während des gesamten Übergangs zu C&M arbeitete Mutanda mit den Gewerkschaften zusammen. Mutanda führt seine Aktivitäten zugunsten der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinden auch während dem C&M weiter.

Unfall mit Schwefelsäure in Kabwe

Der Unfall von Kabwe war eine Tragödie. Ein mit Schwefelsäure beladener Lastwagen fuhr auf dem Weg zu Mutanda in zwei stehende Autos und überschlug sich. Weder Mitarbeitende noch Fahrzeuge von Mutanda oder Glencore waren direkt am Unfall beteiligt. Der Unfall involvierte einen dritten Sublieferanten.

Wir wollen in den Gemeinden, in denen wir tätig sind, positiv mitwirken. Entsprechend hat Mutanda bei den Rettungsaktivitäten und Sanierungsarbeiten Hilfestellung geleistet. Mutanda hat Ausrüstung, Personal und technische Unterstützung zur Verfügung gestellt und Opfer mit Nahrungs- und Düngemittel unterstützt. Frau Kazadi wurde fortlaufend medizinische Hilfe angeboten. So befindet sie sich seit über einem Jahr in der medizinischen Einrichtung von Mutanda in Behandlung. Die Opfer erhielten vom Sublieferanten (ein Lastwagenunternehmen) eine Entschädigung. Mutanda prüft aktuell weitere Möglichkeiten, um humanitäre Hilfe zu leisten. 

Aufgrund des Unfalles haben wir unsere internen Transportvorschriften überprüft und dabei eine Reihe von Verbesserungen vorgenommen, die wir nun global, also auch in der DR Kongo, einführen. 

Zudem arbeiten wir weiterhin an der globalen Umsetzung unserer Lieferantenvorschriften. Diese umfassen eine risikobasierte Sorgfaltsprüfung unserer Lieferanten - auch in der DR Kongo.

Transparente Berichterstattung

Aufgrund des Zusammenhangs zwischen dem Unfall und unseren Aktivitäten haben wir in unserem Nachhaltigkeitsbericht und Menschenrechtsbericht 2019 transparent über den Unfall und die ergriffenen Massnahmen berichtet. Die Berichterstattung und Untersuchung von Menschenrechtszwischenfällen sind Schlüsselelemente unseres Menschenrechtsprogramms. Wie bei den meisten Bergbauunternehmen ist der Umgang mit Zwischenfällen, welche sich ausserhalb unserer betrieblichen Kontrolle ereignen, ein anspruchsvolles Thema. Im Gegensatz zu Zwischenfällen in der betrieblichen Sicherheit gibt es noch keine weltweit etablierte Berichterstattungspraxis für Menschenrechtszwischenfälle. Wie in unserem Menschenrechtsbericht 2019 festgehalten, arbeiten wir daran, die Berichterstattung und Klassifizierung solcher Vorfälle zu verbessern. 

Lokale Lieferanten

In unseren Lieferantenvorschriften (Supplier Standards) führen wir aus, welche Erwartungen wir an unsere Lieferanten stellen. Wir lagern unsere Risiken nicht aus, sondern verwalten diese transparent. Das Risiko, das mit einer Aktivität verbunden ist, ist niemals der Grund, einen lokalen Lieferanten damit zu beauftragen. Wir brauchen Lieferanten, wenn wir eine Aktivität beispielsweise aus betrieblichen oder kapazitätstechnischen Gründen nicht selbst verrichten können. Wir glauben auch, dass die Zusammenarbeit mit lokalen Lieferanten für die lokale Wirtschaftsentwicklung von entscheidender Bedeutung ist. So haben wir 2019 global über 75 Prozent unserer Waren und Dienstleistungen bei lokalen Lieferanten bezogen. In der DR Kongo sind über 98 Prozent der Mitarbeitenden lokale Bewohner.  

Zugang zur Gerichtsbarkeit – der Fall Mutombo Kasuyi

Glencore unterstützt den Zugang zur Gerichtsbarkeit und das Recht auf ein faires Verfahren. Glencore und ihr zweiter Betrieb in der DR Kongo, Kamoto Copper Company («KCC»), haben weder die Untersuchung des tragischen Todes von Mutombo Kasuyi im Jahr 2014 noch das anschliessende Verfahren behindert oder beeinflusst. Im Gegenteil, KCC kooperierte mit den zuständigen Behörden und unterstützte deren Untersuchungen, indem sie unter anderem Dokumente zur Verfügung stellte, Augenschein vor Ort ermöglichte und ihre Mitarbeitenden und Sicherheitsdienstleister für Befragungen zur Verfügung stellte. 

Das Militärgericht in Kolwezi fällte im August 2014 ein Urteil, mit dem die beiden angeklagten Polizisten für nicht schuldig befunden wurden und die Zivilklage gegen KCC abgewiesen wurde. Beim Oberen Militärgericht von Lubumbashi wurde eine Beschwerde gegen diesen Entscheid eingereicht. Nach unserem Wissenstand ist der Fall noch hängig.

Über Glencore 

Glencore hat sich einer transparenten und verantwortungsvollen Arbeitsweise verpflichtet. Verantwortung ist einer unserer Kernwerte. Unser Engagement für Verantwortung untermauert unser Ansatz zur Nachhaltigkeit. Wir priorisieren Sicherheit, reduzieren wo immer möglich unseren ökologischen Fussabdruck und leisten einen positiven Beitrag zur lokalen Wirtschaft. 

Glencore unterstützt und beachtet zahlreiche globale Standards. Dazu zählen:

  • Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen
  • Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGP), einschliesslich ihres Rahmenwerks für «Schutz, Achtung und Abhilfe»
  • Die Prinzipien des UN Global Compact
  • Das Kernübereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), und
  • Die Freiwilligen Grundsätze zu Sicherheit und Menschenrechten.

Transparenz ist für uns fundamental. Unter anderem, publizieren wir einen Nachhaltigkeitsbericht, Menschenrechtsbericht, Wasserbericht sowie einen Bericht zum Klimawandel. Der Nachhaltigkeitsbericht wird gemäss der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt. GRI ist der international anerkannte Standard für die Berichterstattung in der Nachhaltigkeit. Im Einklang mit der EU-Rechnungslegungsdirektive veröffentlichen wir unsere Zahlungen an staatliche Stellen, einschliesslich Steuern und Lizenzgebühren.  Ausserdem unterstützen wir seit 2011 die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) und veröffentlichen seit 2017 ein Modern Slavery statement. 

Glencore ist seit über 12 Jahren in der DR Kongo präsent und betreibt vor Ort die Betriebe KCC und Mutanda. Unsere Präsenz hat zum Auf- und Ausbau eines soliden Rohstoffsektors beigesteuert, Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen, zur Entwicklung der lokalen Wirtschaft beigetragen und die Region Katanga sozioökonomisch unterstützt.  

Glencore hat über USD 7 Milliarden in die DR Kongo investiert, und seit 2014 über USD 3,5 Milliarden an Steuern und Lizenzgebühren gezahlt.  

KCC und Mutanda beschäftigen zusammen über 8’000 Mitarbeitende. Allein 2019 haben wir USD 843 Millionen an Steuern und Lizenzgebühren an die Regierung der DR Kongo gezahlt. 

Zum Lastwagenunfall mit Schwefelsäure

November 2020

 

Die Stellungnahme kann hier auf Deutsch, Französisch und Englisch heruntergeladen werden.

Hintergrund

Wir sind zutiefst betroffen vom tragischen Unfall, welcher sich im Februar 2019 ereignet hat und der indirekt mit Mutanda Mining (Mumi) in Verbindung steht, einem Tochterunternehmen von Glencore in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo). Der Unfall involvierte den Lastwagen eines dritten Sublieferanten, dessen Schwefelsäureladung für Mumi bestimmt war. Auf dem Weg zu Mumi fuhr der Lastwagen im Dorf Kabwe in zwei stehende Autos und überschlug sich. Beim Vorfall kamen tragischerweise 21 Menschen ums Leben. Weitere Personen wurden lebensgefährlich verletzt. Die ausgetretene Schwefelsäure beschädigte zudem die Ernten, welche sich in der Nähe des Unfallortes befanden. 

Beim Auftragnehmer handelt es sich um ein unabhängiges Speditionsunternehmen, das in der DR Kongo tätig ist und Schwefelsäure an Bergbauunternehmen liefert.

Sofort Hilfe geleistet

Wir wollen in den Gemeinden, in denen wir tätig sind, positiv mitwirken. Entsprechend hat Mumi: 

  • dem Sublieferanten bei den Rettungsaktivitäten mit Ausrüstung und Personal geholfen,
  • die Sanierungsarbeiten technisch unterstützt,
  • den Opfern Nahrungs- und Düngemittel zur Verfügung gestellt und
  • den Menschen, die am schwersten verletzt wurden, fortlaufende medizinische Hilfe angeboten. 

Auch erhielten die Opfer vom Sublieferanten eine Entschädigung.
Mumi prüft aktuell weitere Möglichkeiten, um humanitäre Hilfe zu leisten.

Darüber hinaus arbeitete Mumi mit dem Sublieferanten und den zuständigen Behörden zusammen, um die Ursachen des Unfalls zu ermitteln. Die Erkenntnisse wurden erfasst und der Sublieferant hat Massnahmen ergriffen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.

Bei Glencore hat der Vorfall eine interne Überprüfung unserer globalen Transportvorschriften ausgelöst. In zwei Workshops mit etwa 80 unternehmenseigenen Experten haben wir daran gearbeitet, dass unsere Anforderungen klar und umsetzbar sind. An den Workshops wurden eine Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert, die wir im Laufe des Jahres global eingeführen.

Zudem arbeiten wir weiterhin an der globalen Umsetzung unserer Lieferantenvorschriften (Supplier Standards). Diese halten unsere Erwartungen an unsere Lieferanten fest und umfassen eine risikobasierte Sorgfaltsprüfung unserer Lieferanten - auch in der DR Kongo.

Transparente Berichterstattung

Wir sind uns bewusst, dass die Identifikation, die Prüfung, Verwaltung und Berichterstattung über soziale und menschenrechtliche Vorfälle wichtig ist. Wie bei den meisten Bergbauunternehmen ist der Umgang mit Zwischenfällen, welche sich ausserhalb unserer betrieblichen Kontrolle ereignen, ein anspruchsvolles Thema. Im Gegensatz zu Zwischenfällen in der betrieblichen Sicherheit gibt es noch keine weltweit etablierte Berichterstattungspraxis für Menschenrechtszwischenfälle. Wir arbeiten daran, die Klassifizierung und die entsprechende Berichterstattung solcher Vorfälle zu verbessern.

Nach eingehender interner Prüfung haben wir beschlossen, diesen jedoch nicht als sogenannten schwerwiegenden Menschenrechtsvorfall zu klassifizieren und zu rapportieren, weil der Unfall einen dritten Sublieferanten involvierte. Wir haben aber in unserer öffentlichen Berichterstattung, z.B. in unserem Nachhaltigkeitsbericht und Menschenrechtsbericht 2019,  transparent über den Unfall berichtet.

Zum Vorfall mit Mutombo Kasuyi

November 2020

 

Die Stellungnahme kann hier auf Deutsch, Französisch und Englisch heruntergeladen werden.

Hintergrund

Mutombo Kasuyi verstarb 2014 auf tragische Weise nach einem Einsatz der kongolesischen Minenpolizei bei der Kamoto Copper Company (KCC), einer Tochtergesellschaft von Glencore in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo). Mutombo Kasuyi hatte die Konzession der KCC unbefugt betreten und wurde von Beamten der kongolesischen Minenpolizei angehalten. Danach wurde er KCC-Mitarbeitenden und dritten Sicherheitsdienstleistern von KCC zum betriebseigenen Krankenhaus gefahren. 

Der Einsatz der Minenpolizei auf Konzessionen erfolgt auf Anordnung der Regierung, um ihre Interessen zu schützen. Die Minenpolizei untersteht weder vertraglich noch kontrolltechnisch den Bergbauunternehmen – auch nicht KCC. 

Nach dem Vorfall leitete die Staatsanwaltschaft in Kolwezi eine Untersuchung zum Tod von Mutombo Kasuyi ein. KCC arbeitete von Anfang an mit den Ermittlungsbehörden zusammen, u.a. indem sie die Sterbeurkunde, welche das KCC Krankenhaus ausgestellt hatte, bereitstellte sowie ihre Mitarbeitenden und Sicherheitsdienstleister für Befragungen zur Verfügung stellte. Auch ermöglichte KCC den Behörden Untersuchungen vor Ort. Nach Abschluss der Untersuchung wurde weder gegen KCC noch gegen den dritten Sicherheitsdienstleister Anklage erhoben. 

Interne Schritte

Nach dem Vorfall richtete KCC einen internen Menschenrechtsausschuss ein. Dieser beurteilte, ob KCC und der dritte Sicherheitsdienstleister im Einklang mit den Unternehmensrichtlinien und -verfahren für Menschenrechte und Sicherheit gearbeitet hat. Der Ausschuss setzte sich aus Vertretern der Rechtsabteilung und dem Human Rights Advisor von KCC zusammen. Der Ausschuss befragte alle Mitarbeitenden von KCC und des dritten Sicherheitsanbieters, welche direkt und indirekt am Vorfall beteiligt gewesen waren. Er kam zum Schluss, dass sowohl KCC wie auch der externe Sicherheitsdienstleister im Einklang mit den Unternehmensrichtlinien gearbeitet und keine Menschenrechte verletzt hatten. 

Status des Verfahrens

Das Militärgericht in Kolwezi fällte im August 2014 ein Urteil, mit dem die beiden angeklagten Minenpolizisten für nicht schuldig befunden wurden und die Zivilklage gegen KCC abgewiesen wurde. Beim Oberen Militärgericht von Lubumbashi wurde eine Beschwerde gegen diesen Entscheid eingereicht. Nach unserem Wissenstand ist dieser Fall noch hängig. KCC kann daher zum Verfahren keine Stellung nehmen oder sonst in irgendeiner Form im Prozess aktiv werden.

Wir unterstützen den Zugang zur Gerichtsbarkeit und das Recht auf ein faires Verfahren und arbeiten, wenn nötig, mit den zuständigen Behörden zusammen. 

Vorwürfe bezüglich Kinderarbeit

18. Dezember 2019


Glencore nimmt die Klage der Organisation IRAdvocates betreffend Kinderarbeit im Kobalt-Abbau durch Kleinbergbauarbeiter in der Demokratischen Republik Kongo zur Kenntnis. Die Klage wurde von IRAdvocates am 15. Dezember 2019 bei einem US-amerikanischen Gericht eingereicht. Glencore wird nicht eingeklagt und ist somit nicht beklagte Partei.

Den Familien und Kindern, die bei der Arbeit im Kleinbergbau verletzt oder getötet wurden, gelten unser aufrichtiges Mitgefühl und Anteilnahme.

Wir tolerieren keine Form von Kinder- oder Zwangsarbeit in unserer Lieferkette. Wir achten die Menschenrechte und unterstützen ihre Einhaltung in Übereinstimmung mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

Glencore kauft, verarbeitet und handelt kein Kobalt oder Kupfer, das durch den Kleinbergbau gefördert wurde. 

Wir sind uns bewusst, dass der Kleinbergbau in der Demokratischen Republik Kongo weit verbreitet ist und vor allem für Kinder ein Risiko darstellt. Als verantwortungsvoller «Corporate Citizen» ist es Teil unserer lokalen Nachhaltigkeitsstrategie, mit der Regierung und anderen Stakeholdern zusammenzuarbeiten und eine anhaltende Lösung zu entwickeln. Kamoto Copper Company (KCC) hat in diesem Zusammenhang eine Reihe von Massnahmen implementiert, darunter:

  • Einbindung lokaler Gemeinden, um sie für die Risiken im illegalen Kleinbergbau zu sensibilisieren, insbesondere bei aktiven industriellen Standorten.
  • Erweiterung von Absperrungen, um das Eindringen auf industrielle Standorte zu verhindern und die damit verbundene Verletzungsgefahr zu minimieren.
  • Zusammenarbeit mit unseren Sicherheitsdienstleistern, um sicherzustellen, dass sie die Menschenrechte in Übereinstimmung mit den Freiwilligen Prinzipien für Sicherheit und Menschenrechte (Voluntary Principles) achten.

Zudem betreibt KCC eine Reihe von Programmen, die für die Bevölkerung eine alternative Erwerbs- und Lebensgrundlage schaffen und dazu beitragen, Kinder vom Kleinbergbau fernzuhalten. Dazu gehören beispielsweise:

  • die Unterstützung landwirtschaftlicher Kooperativen, die zur Diversifizierung der lokalen Wirtschaft beitragen und lokale Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, einschliesslich Durchführung von Schulungen und Unterstützung bei Geschäftsentwicklungen. 2018 haben wir beispielsweise über 140 landwirtschaftliche Kooperativen mit über 4’000 Mitgliedern unterstützt.
  • In Zusammenarbeit mit NGOs und kirchlichen Organisationen organisieren wir Ferienlager, um Kinder und deren Eltern für die Risiken des Kleinbergbaus zu sensibilisieren. 2018 haben über 9’000 Kinder an den angebotenen Freizeit- und Bildungsaktivitäten teilgenommen. Zudem wurden die Rechte von Kindern und die Risiken des Kleinbergbaus thematisiert.
  • Beteiligung am Bau, Instandhaltung und Sanierung von Schulen in der Region Kolwezi.

In der Klage werden eine Reihe von Konzessionen genannt, wo es zu Verletzungen oder Todesfällen gekommen sein soll. Einige davon werden fälschlicherweise KCC zugeordnet. Die nachstehenden Konzessionen gehören weder KCC noch werden sie von KCC betrieben:

  • Lac Malo
  • Kamilombe

Mashamba East und der Abraum-Bereich liegen innerhalb der KCC-Konzession. KCC hat die lokale Gemeinde auf die Risiken des illegalen Kleinbergbaus sensibilisiert und versucht gemeinsam mit SAEMAPE, dem illegalen Bergbau entgegenzuwirken. SAEMAPE ist eine staatliche Kleinbergbau-Agentur. Wir kaufen, verarbeiten und handeln nicht mit Kobalt oder Kupfer, dass in oder um Mashamba East produziert wurde.

Die Tilwezembe-Konzession, die Glencore gehört, liegt etwa 35 Kilometer von KCC entfernt und wurde 2011 von Kleinbergbauarbeitern überrannt. Glencore hat seit 2011 keinen Zugang zu dieser Konzession und ist dort weder operationell noch kommerziell involviert. Glencore hat die kongolesische Regierung wiederholt aufgefordert, etwas gegen die Situation in Tilwezembe zu unternehmen und Bedenken hinsichtlich der Arbeitsbedingungen in diesem Betrieb geäussert.

Update zum illegalen Kleinbergbau bei KCC

Im Juli 2019 kam es bei Kamoto Copper Company (KCC), einer Tochtergesellschaft von Glencore, zu einem Vorfall von illegalen Kleinbergbauarbeitern. Relevantes Informationsmaterial finden Sie weiter unten.

Der legale und illegale Kleinbergbau ist ein komplexes Phänomen, das von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird. Einer der wichtigsten Faktoren ist die sozioökonomische Entwicklung. Es gibt aber auch andere Ursachen für den Kleinbergbau. Dazu zählen unserer Ansicht nach die wachsende Zuwanderung in die Region Kolwezi sowie fehlende wirtschaftliche Perspektiven in anderen Landesteilen. Ein weiterer Grund für die Zunahme der illegalen Minenaktivitäten sind die illegal aufgestellten Verkaufsstellen in unmittelbarer Nähe zu KCC.