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Eine Schule auf Rädern für Kinder in Perus Anden

Author: Glencore | Datum: 28/11/2019

Espinar ist eine abgelegene Provinz in Cusco, Peru. Viele Familien wohnen in ländlichen Gebieten, weit weg vom Stadtzentrum und ohne Zugang zu guten Bildungsmöglichkeiten. Um diese Situation zu verbessern, haben wir ein Bildungszentrum gebaut und einen Bus zu einer mobilen Schule umgewandelt. Bis heute haben fast 4000 Grund- und Mittelschüler vom Bildungszentrum und dem Bus als akademische Ergänzungen in ländlichen Gebieten profitiert.

In Peru reichen unsere Aktivitäten von Kupfer- und Zinkbetrieben bis hin zu Hafen- und Lagerstätten. In Espinar betreiben wir die Kupfermine Antapaccay. Die Gemeinden in der Umgebung von Antapaccay sind eher ländlich. Lange mangelte es an Lehrern und den Schülerinnen und Schüler standen nur rudimentäre Unterrichtsräume und -materialien zur Verfügung. Die Folge: die Unterrichtsqualität von Schulen auf dem Land und in der Stadt unterschied sich frappant.

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Die Qualität des Schulunterrichts auf dem Land und in der Stadt unterschied sich frappant

Um dieser Situation entgegenzuwirken, wurde in der Provinz Espinar das Bildungszentrum Central de Recursos Educativos Especializados de Espinar (CREE) errichtet. CREE wird unter anderem von Glencore unterstützt und ist in Peru einzigartig. Es hilft ländlichen Bildungseinrichtungen, den Bedarf an pädagogischer Verstärkung zu decken und bieten Kindern eine ergänzende Ausbildung zu jener in der Schule an.

Das Zentrum ist mit digitalen Medien ausgestattet, über welche Lehrer in traditionellen Schulen nicht verfügen. So besuchen sie gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern das CREE, um sie ergänzend zu fördern. Die Unterrichtsfächer umfassen Mathematik, Chemie, Grammatik, Schreiben, Sprechen, Leseverständnis und vieles mehr. 

CREE unterstützt die Schülerinnen und Schüler auch psychologisch und fördert Werte wie Selbstbewusstsein und Vertrauen. Darüber hinaus werden kulturelle, künstlerische und akademische Aktivitäten angeboten. Die Schulkinder profitieren so von einer vielseitig umfassenden Ausbildung. Ziel ist es, der jungen Generation von Espinar bessere Berufschancen zu ermöglichen. 

Doch nicht alle Familien konnten vom neuen Bildungsangebot profitieren – sie lebten zu weit weg oder können sich den langen Transport zum CREE nicht leisten. Es galt daher, Bildung und modernste Technologie in die entlegensten Orte von Espinar zu bringen – mit einer innovativen und auf lokale Bedürfnisse zugeschnittenen Idee.  

Innovation auf Rädern

Im Jahr 2017 haben wir in Zusammenarbeit mit dem CREE einen ehemaligen Personenbus zu einer Schule auf Rädern umgebaut. Unter dem Motto «Wenn die Kinder nicht zum CREE kommen können, kommt das CREE zu ihnen», macht der Bus nach einem festgelegten Zeitplan an über 20 Schulen Halt.

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Schüler profitieren von der Schule auf Rädern

Diese fahrende Schule bietet eine ergänzende Ausbildung in Mathematik und Spanisch an, kombiniert mit psychologischer Unterstützung. Jede Lektion ist auf das Fach, das Bildungsniveau und die Stufe der Klasse zugeschnitten, die gerade von der Schule auf Rädern profitiert. Wenn z.B. Erstklässler an ihrer Schule das Addieren durch traditionelle Lehrmethoden unterrichtet bekommen, erhalten sie die Möglichkeit, ihr Wissen im Bus entsprechend zu vertiefen. Dabei können sie das Gelernte mithilfe von Technologie und anderen Bildungsressourcen auf eine alternative Weise festigen. Dank des Busses haben sich die Aufmerksamkeit der Schulkinder, die Teilnahme am Unterricht und sowie das erworbene Wissen nachweislich gesteigert. Doch nicht nur die Schüler profitieren: Auch die Lehrpersonen werden somit fortgebildet.

David Flores, Leiter des pädagogischen Managements des Bildungsministerium Espinar, ist begeistert: "Dieses Projekt ermöglicht Schülern in ländlichen Gebieten den Zugang zu multimedialer Bildung und reduziert die Innovations- und Wissenslücke zwischen ländlichen und städtischen Schulen in unserer Provinz."
Die Schule auf Rädern verfügt über einen hochauflösenden Touchscreen, 25 Tablets für Schüler und einen Laptop für die Lehrperson. Mittels einer Webcam werden die Lektionen aufgezeichnet und über eine drahtlose Internetverbindung in andere Klassenzimmer übertragen. Solarmodule auf dem Dach des Buses sorgen für die nötige Stromversorgung der elektronischen Geräte. 

Zweiter Bus im Einsatz

Der Erfolg des Projektes kann sich sehen lassen: Allein im Jahr 2018 haben fast 1400 Schülerinnen und Schüler und 76 Lehrer die Schule auf Rädern besucht. Die Kenntnisse der teilnehmenden Schüler konnten nachweislich verbessert werden – das haben nationalen Prüfungsergebnisse gezeigt. Der Einfluss der fahrenden Schule und die Nachfrage danach waren so gross, dass seit 2019 zwei Busse im Einsatz sind.  Ihr Ziel ist es, das Bildungsniveau von noch mehr Schülern zu verbessern. Kinder und Jugendliche aus den entlegensten Gebieten der Provinz Espinar haben nun freien Zugang zu Lernsoftwares für Mathematik und Spanisch.

Im Bildungswesen in der Region Cusco ist Espinar heute führend. Dies ist das Ergebnis unserer Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern, Schulkindern und lokalen Bildungsbehörden. Wir freuen uns sehr, dieses erfolgreiche Projekt zu unterstützen. Denn Bildung ist zweifellos die Grundlage, um die Entwicklung von Gemeinden, Städten und Nationen voranzutreiben.