Stellungnahme zum Massnahmenbegehren gegen die Flyerkampagne der «Koalition für Konzernverantwortung»
Glencore bestätigt, dass sie ein Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Massnahme gegen die «Koalition für Konzernverantwortung» gestellt hat, welches das Obergericht des Kantons Zug genehmigt hat.
Anlass für unser Vorgehen waren aus unserer Sicht ehrverletzende, unzutreffende und irreführende Aussagen über Glencore im Rahmen einer geplanten Flyer-Aktion.
Im Mittelpunkt dieser Kampagne steht Antamina, ein unabhängig geführtes Joint Venture, an dem wir eine Minderheitsbeteiligung halten und das wir nicht selbst betreiben.
Wir nehmen Vorwürfe gegen unsere Betriebe und Joint Ventures ernst. Die Kampagne vermittelt jedoch ein irreführendes Bild, indem sie ein komplexes Thema auf eine reisserische Überschrift reduziert, die sich nicht mit Fakten belegen lässt und einer konstruktiven Debatte über die eigentlichen Themen nicht zuträglich ist.
Insbesondere erweckt der Flyer den Eindruck, dass Glencore die Verantwortung für angebliche Umweltverschmutzungen trage, die zu gesundheitlichen Auswirkungen bei Anwohnern in der Nähe eines Hafens führten. Ein solcher Kausalzusammenhang wird durch die vorliegende Datenlage nicht gestützt.
Die jüngsten Untersuchungen der peruanischen Umweltbehörde weisen darauf hin, dass die Filteranlage von Antamina nicht mit Arsenwerten in Verbindung gebracht werden kann, von denen Anwohner in der Nähe des Hafens betroffen sind.
Der Flyer lässt zudem ausser Acht, dass Glencore nicht die Betreiberin von Antamina ist und keine operative Kontrolle über das Tagesgeschäft von Antamina ausübt.
Wir respektieren und begrüssen eine öffentliche Debatte über Themen wie verantwortungsvolle Unternehmensführung. Damit diese Debatte jedoch konstruktiv und fair sein kann, muss sie auf überprüfbaren Fakten, einer angemessenen Berücksichtigung des Kontexts und einer ausgewogenen Darstellung der Umstände beruhen. Wir sind bestrebt, uns konstruktiv und transparent mit unseren Interessensgruppen auszutauschen.
Über Antamina
Die Compañía Minera Antamina S.A. (Antamina) betreibt die Mine Antamina in der peruanischen Provinz Huari. Die Bergbauaktivitäten von Antamina finden in einem klar abgegrenzten Gebiet statt und erfolgen auf Basis der dafür erforderlichen Bewilligungen.
In der Mine werden Kupfer und Zink abgebaut. Die gewonnenen Konzentrate werden mittels einer Pipeline in die peruanische Provinz und gleichnamige Hafenstadt Huarmey transportiert und von dort über den Hafen Punta Lobitos verschifft.
Die Risiken ihres Betriebs, einschliesslich der Pipeline, mildert Antamina durch ihren von den zuständigen Behörden genehmigten Umwelt- und Sozialmanagementplan. Dieser umfasst Massnahmen wie Systeme zur kontinuierlichen Überwachung der ökologischen und sozialen Leistung, Prozesse zur Einbindung der lokalen Bevölkerung, formelle Beschwerdemechanismen sowie interne Verfahren zur Untersuchung, Reaktion und Umsetzung von Abhilfemassnahmen. Antamina unterliegt zudem der Aufsicht der peruanischen Umwelt- und Gesundheitsbehörden, die eigene Überwachungen und Untersuchungen durchführen.
Eigentumsstruktur von Antamina
Antamina ist ein unabhängig geführtes Joint Venture zwischen BHP (33.75%), Glencore (33.75%), Teck (22.5%) und Mitsubishi (10.0%).
Antamina verfügt über eine unabhängige Geschäftsleitung und die Aktionärinnen üben keine operative Kontrolle über das Tagesgeschäft von Antamina aus.
Als Aktionärin übt Glencore ihren Einfluss über ihre Vertreter im Verwaltungsrat und in den Governance-Gremien von Antamina aus. Von diesen Vertretern erwartet Glencore, dass sie ihren Einfluss geltend machen und darauf hinwirken, dass Antamina im Einklang mit den Werten, dem Verhaltenskodex und den Grundsätzen von Glencores Unternehmensrichtlinien handelt.
Vorwürfe gegen Antamina
Es ist uns bekannt, dass gegenüber Antamina Vorwürfe erhoben werden. Unsere Vertreter im Verwaltungsrat stehen mit der Geschäftsleitung von Antamina über deren Ansatz zum Umgang mit sozialen und ökologischen Belangen im Austausch.
Hafen Huarmey
Umweltverschmutzung
Die peruanische Umweltbehörde OEFA hat mehrere Untersuchungen zu möglichen Umweltverschmutzungen in Huarmey durchgeführt. Im Januar 2026 kam die OEFA zum Schluss, dass die Grenzwertüberschreitungen an den Grundwassermessstellen im Raum Huarmey – insbesondere im Aquifer Cascajal – hauptsächlich auf die natürliche Geologie der Region sowie auf landwirtschaftliche Aktivitäten zurückzuführen sind. Die Aktivitäten der Filteranlage haben nach Einschätzung der Behörde nur einen begrenzten Einfluss.
Arsen
Im Januar 2026 stellte die OEFA zudem fest, dass die Arsenwerte im Grundwasser, im Boden und in der Luft weiterhin innerhalb der geltenden Umweltqualitätsnormen liegen und dass die Filteranlage von Antamina nicht mit Arsenwerten in Verbindung gebracht werden kann, von denen Anwohner in der Nähe des Hafens betroffen sind.
Die öffentlich zugänglichen Ergebnisse der Umwelt- und Gesundheitsbehörden weisen bislang darauf hin, dass bei ihren Überwachungsmassnahmen im Hafen von Huarmey und der Umgebung keine Arsenkonzentrationen festgestellt wurden, die ein Risiko für die öffentliche Gesundheit oder die Umwelt darstellen.
Staub
Die OEFA untersuchte mithilfe eines Ausbreitungsmodells die Auswirkungen von Staub und kam zu dem Ergebnis, dass sich Partikel aus den in der Filteranlage verarbeiteten Kupfer- und Zinkkonzentraten in der nahegelegenen Siedlung Puerto Huarmey nicht in nennenswertem Umfang absetzen würden. Erhöhte Metallkonzentrationen in der Luft traten nur innerhalb des Werksgeländes auf und erstreckten sich nicht auf benachbarte Gemeinden. Auf der Grundlage der behördlichen Untersuchung sind demnach keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung im Umfeld des Hafens zu erwarten.
Konstruktiver Dialog
Antamina pflegt einen regelmässigen, offenen und konstruktiven Dialog mit seinen Interessengruppen, zu denen die Gemeinden, die Zivilgesellschaft, Regierungsbehörden sowie internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen gehören.
Gemeinden und Zivilgesellschaft
Antamina steht in direktem Kontakt mit den Gemeinden im Umfeld seiner Betriebe. Insbesondere in Huarmey hat ein im Jahr 2001 gegründetes Bürgerkontrollkomitee zivilgesellschaftliche Organisationen, Gemeindevertreter und die zuständigen Behörden zusammengebracht, um die Aktivitäten von Antamina im Hafen zu überprüfen.
Dieses Komitee veröffentlicht seine eigenen Ergebnisse neben denjenigen der Behörden. Anwohner können Bedenken direkt über ein lokales Informationsbüro und ein formelles Beschwerdeverfahren melden.
Internationale Organisationen
Antamina steht mit den Vereinten Nationen im Austausch, nachdem das Unternehmen den UN-Sonderberichterstattern Anfang dieses Jahres eine ausführliche Stellungnahme vorgelegt hat. Zudem hat Antamina eine detaillierte Antwort auf die Vorwürfe der «Koalition für Konzernverantwortung» abgegeben.
Ein komplexes Umfeld
Die Bewertung der ökologischen und sozialen Auswirkungen von Bergbaubetrieben kann nicht anhand einzelner Messungen oder Berichte erfolgen. Ob ein Betrieb der Umwelt oder Menschen Schaden zugefügt hat, beurteilen die zuständigen Behörden anhand von Grundwasser-, Boden- und Luftuntersuchungen über einen längeren Zeitraum hinweg. Dabei werden die Ergebnisse gegen die unabhängig vom Betrieb bestehenden Bedingungen abgewogen.
Diese Arbeit wurde im Falle von Antamina durchgeführt. Die Schlussfolgerungen dieser Untersuchungen sind öffentlich zugänglich. Eine einfache Schuldzuweisung wird der Beweislage somit nicht gerecht.
Über unsere Vertreter im Verwaltungsrat von Antamina und in den zuständigen Governance-Gremien werden wir das Unternehmen weiterhin dazu ermutigen, mit den Gemeinden rund um den Betrieb sowie mit denjenigen, die Fragen oder Bedenken äussern, einen offenen und faktenbasierten Dialog zu führen.